Ein Narr soll den König zum Lachen bringen. So war es schon immer. Der Narr, dieser ewig lächelnde Unterhalter, der den König in seiner Unfehlbarkeit bestätigt und ihm jeden Unsinn schönredet. Narren lachen über das, was den König in seinem Größenwahn bestärkt, und doch tun sie dies ohne Rückgrat. Denn die Wahrheit ist für den Narren bloß eine Spielkarte im großen Spiel des Macht- und Ansehensgewinns. Doch ist er sich nicht bewusst, dass er nichts weiter ist als der Diener eines leeren Throns.
Eine kleine Geschichte zeigt das Wesen des Narren: Der König war eines Tages seines Narren überdrüssig und stellte ihn vor eine Herausforderung: „Mach einen Fehler, der nur noch schlimmer wird, wenn du dich entschuldigst – sonst verlierst du deinen Kopf. Ich gebe dir drei Tage.“ Schon am ersten Tag, als der König die Treppe hinaufstieg, trat der Narr an ihn heran und grabschte ihm frech an den Arsch. Der König fuhr wütend herum und schrie: „Was fällt dir ein, du unverschämter Kerl?!“ Der Narr grinste breit und entgegnete: „Verzeiht, Majestät, ich hielt Euch für die Königin.“
Das ist ein Fehler, der nur noch schlimmer wird, wenn man sich entschuldigt – genau das ist die Lektion. Wer dem Affen Zucker gibt, der muss sich nicht wundern, wenn er ihm über den Kopf wächst.
Ein König hingegen, der seinen eigenen Narren um sich schart, ist selbst kein „König“, sondern ein Machtbesessener, ein Getriebener, dem das Lob seiner Untertanen wichtiger ist als ihr Wohl. Ein König, der nur von dem lebt, was man ihm vorspielt, während die Realität draußen ein ganz anderes Gesicht zeigt. So scharen sich die Narren um die Mächtigen und suchen ihre Gunst – das ist das Spiel der Macht, das uns seit Jahrhunderten begleitet.
Eine weitere Geschichte beschreibt das Spiel zwischen König und Narr: Der König rief eines Tages seinen Narren und verkündete, dass er Lust auf Auberginen habe. Der Narr stürmte in die Küche und lobte die Aubergine in den höchsten Tönen, sprach von ihrer unvergleichlichen Köstlichkeit und ließ die Küche alle Auberginengerichte zaubern, die man sich vorstellen kann. Am nächsten Tag jedoch hatte der König genug und verbot, jemals wieder eine Aubergine zu sehen. Der Narr eilte zurück und wetterte in allen Farben gegen die geschmacklose, überschätzte Aubergine.
Der Koch schüttelte nur den Kopf: „Gestern hast du die Aubergine gelobt, heute beschimpfst du sie. Was sollen wir jetzt glauben?“ Der Narr lachte: „Glaubt, was ihr wollt. Ich bin der Narr des Königs, nicht der Aubergine. Die Frucht muss ich nicht glücklich machen – aber wenn der König nicht zufrieden ist, sind wir alle am Arsch!“
Doch in eine Gesellschaft sollte es nicht darum gehen, ein König oder ein Narr zu sein. Nein, es geht darum, Mensch zu sein. Ein Mensch, der sich selbst und anderen gegenüber ehrlich ist. Jemand, der nicht darauf angewiesen ist, Macht zu huldigen oder sie zu verleugnen, sondern den Mut hat, seine eigene Wahrheit zu vertreten – selbst wenn das bedeutet, dass man gegen die mächtigen Narren stehen muss, die diese Wahrheit verschleiern wollen.
Die Frage ist also: Wie viele Menschen in unserer Welt sind bereit, sich selbst treu zu bleiben, ohne den bequemen Weg des Narren zu wählen? Wie viele lassen sich in die Falle der Schmeichelei locken, nur um in den Augen des „Königs“ zu glänzen?
Die Wahrheit ist, die wirklichen ‚Könige‘ und ‚Narren‘ sind überall: Politiker, Manager, vermeintliche Gurus, die von Bewunderern umschwärmt und von Ja-Sagern bestätigt werden. Der König ist nackt, und sein Hofnarr ist verrückt – das schreien schon so viele, doch seine Anhänger bleiben blind und taub, gefangen in einem selbstgewählten Wahn. Vielleicht, weil sie selbst genauso leer und verkommen sind. Und doch ist es nicht das Ziel, in diesem absurden Spiel eine Rolle zu spielen, sondern sich von diesem Theater zu lösen und ein Mensch zu bleiben.
Unsere Welt braucht keine Könige und Narren, sondern aufrichtige Menschen. Menschen, die nicht in erster Linie ihrem eigenen Vorteil hinterherlaufen, sondern Haltung zeigen, das Recht achten, Unrecht anprangern und die Kraft haben, ihre Meinung zu vertreten, ohne dem Spiel der Narren zu verfallen.
Am helllichten Tag steht Diogenes mit seiner Laterne, richtet das Licht in die Gesichter der Menschen und antwortet auf die ungläubige Frage, was er da eigentlich treibe, schlicht: „Ich suche einen Menschen. Einen echten Menschen.“ Wer von euch will jetzt Diogenes sein? Hände hoch! Na wunderbar, die Botschaft ist angekommen. Ab heute sind wir wohl alle Philosophen.
Denken wir also daran: Es ist nicht entscheidend, ein König oder ein Narr zu sein. Entscheidend ist, ein Mensch zu sein – einer, der nicht mit der Maske des einen oder anderen durchs Leben wandert, sondern mit Klarheit und dem Mut, Mensch zu sein.
#AKeS #König #Trump #Narr # Musk #MenschSein #Mut #Wahrheit #Diogenes #Philosophie #Gesellschaft #HaltungZeigen #Aufrichtigkeit #Klarheit #Ehrlichkeit #Werte