Oder warum wir nicht aufhören können, „das kleinere Übel“ zu wählen
Unsere These: Das Parteiensystem ist eine grandiose Erfindung – wenn man gerne Katzenfutter im Hundefutterregal sucht. Warum? Weil man als Wähler gezwungen ist, immer das ganze verdammte Paket zu kaufen, anstatt sich nur die passenden Teile herauszupicken. Ja, liebe Freunde der Demokratie, das ist, als würde man ein Überraschungsei öffnen und sich über das Spielzeug freuen müssen, obwohl man eigentlich nur die Schokolade wollte.
Wir wählen Partei A, weil sie die meisten unserer Forderungen erfüllt. Aber halt! Die haben da ein paar Positionen im Programm, die uns Bauchschmerzen bereiten. Also? Zähne zusammenbeißen und hoffen, dass diese Punkte nicht allzu wichtig sind oder durch irgendwelche faulen Koalitionskompromisse sowieso verwässert werden. Aber das ist der Punkt: Es bleibt immer ein fauler Kompromiss.
Warum müssen wir uns ständig zwischen verschiedenen „Paketen“ entscheiden, die selten wirklich unseren Vorstellungen entsprechen? Warum müssen wir Positionen unterstützen, die wir eigentlich ablehnen, nur weil sie in einem hübsch verpackten Parteiprogramm daherkommen? Nur weil wir uns ein paar Punkte im Programm rausgepickt haben, die uns gefallen, heißt das nicht, dass wir den Rest des Einkaufswagens gutheißen.
Unsere Lösung: Weg mit den Paketen, her mit den Themen!
Statt Wählerinnen und Wähler zu zwingen, sich für das „kleinere Übel“ zu entscheiden, warum nicht gleich direkt die Themen wählen? Wäre es nicht wunderbar, wenn wir statt Parteifarben zu bekennen, über konkrete Maßnahmen abstimmen könnten? Warum nicht Politiker für bestimmte Themen wählen, die uns wirklich am Herzen liegen? Warum sollten wir nicht unabhängig entscheiden, was uns wirklich wichtig ist, ohne gezwungen zu sein, die faulen Eier im Nest mitzukaufen?
Und dann gäbe es da noch die Idee von Direktkandidaten, die unabhängig von parteilichen Zwängen stehen. Die könnten für ein bestimmtes Thema stehen, ohne gleich ein ganzes Parteiprogramm mitschleppen zu müssen. Es gäbe keine ständigen faulen Kompromisse, keine undurchsichtigen Koalitionsgespräche. Einfach nur Menschen, die Verantwortung für ihre Wahl übernehmen und das tun, wofür sie gewählt wurden.
Oder lasst uns über eine flüssige Demokratie nachdenken: Eine Demokratie, in der wir unsere Stimme nach Thema und nicht nach Partei delegieren können. Heute einen Umweltexperten wählen, morgen eine Wirtschaftsexpertin. Das nennt man Flexibilität und das fühlt sich irgendwie erwachsener an als das ständige Gezerre zwischen „links, rechts, Mitte“ und dem ganzen anderen Unsinn.
Und falls das zu viel verlangt ist…
Könnten wir wenigstens aufhören, so zu tun, als hätten wir wirklich eine Wahl? Solange wir gezwungen sind, „Pakete“ zu akzeptieren, die nicht zu uns passen, ist es eben kein Fest der Demokratie, sondern eher wie die Wahl zwischen zwei schlechten Tiefkühlpizzen: Man bekommt, was da ist, aber glücklich macht das nicht. Wäre es nicht an der Zeit, die Art und Weise, wie wir Demokratie praktizieren, radikal zu überdenken?
Vielleicht wäre es klüger, endlich das System abzuschaffen, das uns zwingt, immer wieder das kleinere Übel zu wählen. Aber hey, das ist nur unsere These.
#AKeS #Demokratie #Parteien #Reform