Wenn Menschen nicht zuhören, sondern nach Triggern suchen
Es gibt Gespräche, da denkst du:
Jetzt hab ich’s klar erklärt.
Jetzt war ich differenziert, bedacht, umfassend.
Ich hab argumentiert, eingeordnet, abgewogen.
Ich habe mir Mühe gegeben.
Wirklich Mühe.
Und dann kommt zurück:
„Aber du hast gesagt, das sei ….“
Ja.
Habe ich.
Einmal.
Im Zusammenhang.
Als Teil eines Arguments.
Nach fünf Minuten differenzierter Darstellung.
Und plötzlich ist das alles, was zählt.
Manche Menschen hören nicht zu, um zu verstehen. Sie hören zu, um zu finden.
Sie picken sich ein Wort.
Ein Nebensatz.
Einen Halbsatz.
Ein Wort.
Ein Aufhänger.
Irgendein Ding, an dem sie sich aufhängen können, um das ganze Gespräch zu entwerten.
Alles andere wird ausgeblendet.
Geschnitten. Gefiltert. Umgedeutet.
Sie hören nicht das, was du sagst.
Sondern nur das, was sie für einen Fehler halten.
Oder was ihnen ins Schema passt.
Du redest.
Sie scannen.
Du argumentierst.
Sie warten auf das Stichwort.
Du erklärst ein Buch –
und sie klammern sich an einen Buchstaben.
So entstehen Gespräche, die nie welche waren.
Und dann stehst du da, genervt und denkst:
„Wenn sie verstehen wollten, hätten sie es längst getan.“
Diskutieren mit solchen Leuten ist wie Schachspielen mit einer Taube:
Sie wirft die Figuren um, kackt aufs Brett, fliegt davon –
und ruft dabei:
„Du bist toxisch!“
Das passiert überall.
In politischen Debatten.
In Freundeskreisen.
Im Büro.
Im Ehrenamt.
Im Aktivismus.
Überall, wo Worte zählen –
aber manche nur zählen, was ihnen passt.
Und das frisst Energie.
Das kostet Kraft. Weil du weißt:
Du kämpfst nicht gegen Argumente, sondern gegen den Willen, nicht zu verstehen.